Sportentwicklungsstudie in Ostbelgien startet – „Fit für Ostbelgien 2040 werden“
„Sport und Bewegung sind zentrale Bausteine für Lebensqualität, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit dieser Studie schaffen wir die Grundlage dafür, Ostbelgien nachhaltig fit für die Zukunft zu machen“, erklärt DG-Sportminister Gregor Freches zum Start der neuen Sportentwicklungsstudie.

Die nachhaltige Förderung von Sport und Bewegung in Ostbelgien erhält eine neue wissenschaftliche Basis. Im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird aktuell eine umfassende Sportentwicklungsstudie erarbeitet, die den Beitrag von Sport und Bewegung zur Regionalen Entwicklungsstrategie „Ostbelgien leben 2040“ sowie zu den darin formulierten sportpolitischen Leitzielen systematisch untersucht.
„Wer Ostbelgien zukunftsfähig machen will, muss auch den Sport weiterentwickeln.”
Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für eine zukunftsorientierte Sport- und Infrastrukturplanung zu entwickeln. „Wer Ostbelgien zukunftsfähig machen will, muss auch den Sport weiterentwickeln. Mit dieser Studie legen wir die Basis, um fit für Ostbelgien 2040 zu werden. Unser Anspruch ist es, dass Ostbelgier jeden Alters gute Möglichkeiten haben, sich zu bewegen und Sport zu treiben“, erklärt Gregor Freches.
Mit der Durchführung wurde das Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) beauftragt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch Fachexpertise aus Sportökonomie, Sportsoziologie und Sportmedizin. Erhebungsinstrumente und Analysen werden in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern sowie mit dem Ministerium der Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens abgestimmt.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Analyse von Sport und Bewegung über alle Altersgruppen hinweg – von Kindern und Jugendlichen bis hin zu älteren Menschen. Betrachtet werden sowohl Breiten- als auch Leistungssport, organisierter Vereinssport sowie selbst organisierte Bewegungsformen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Sport und Bewegungsverhalten junger Menschen, der Förderung von Mädchen und Frauen im Sport sowie auf der Rolle des Sports als Integrations- und Gesundheitsfaktor. Die Sportentwicklungsstudie folgt einem mehrstufigen wissenschaftlichen Ansatz. Zunächst wird der aktuelle Zustand der Sportinfrastruktur in den Gemeinden analysiert.

Dazu zählen die Erfassung von Sportanlagen sowie Schul- und Bewegungsräumen und die Auswertung ihrer Auslastung. Ziel ist es, mögliche Kapazitätsengpässe zu erkennen und zukünftige Bedarfe für Sanierungen, Neubauten oder gemeinsame Nutzungskonzepte abzuleiten. Darauf aufbauend wird eine Bedarfs- und Entwicklungsanalyse mittels Befragungen durchgeführt. Einbezogen werden Sportvereine, Sportfachverbände, Gemeinden sowie Kinder, Jugendliche und die Bevölkerung in Ostbelgien. Dabei geht es unter anderem um Sportverhalten, Angebotsnutzung, Vereinsentwicklung, Ehrenamt und Trainingsmöglichkeiten.
Ein weiterer Baustein ist die Sekundärdatenanalyse, bei der demografische Entwicklungen, Mitgliederstrukturen im Sport sowie finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Auch langfristige Förderansätze, etwa im Bereich Talententwicklung und Nachwuchsförderung werden geprüft. Dabei wird unter anderem das Konzept der langfristigen Athletenentwicklung betrachtet („Long-Term Athlete Development“, kurz LTAD), um eine nachhaltige sportliche Laufbahnförderung zu unterstützen.
Die Ergebnisse der Analysen werden anschließend in Workshops auf Gemeindeebene diskutiert und praxisnah vertieft. Diese Beteiligungsform ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, Sportvereinen sowie lokalen Organisationen, ihre Perspektiven in die Planung einzubringen und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.
Am Ende der etwa 1,5-jährigen Projektlaufzeit steht ein umfassender Bericht mit strategischen Handlungsempfehlungen. Diese sollen sowohl übergeordnete Entwicklungsziele im Sinne der Strategie „Ostbelgien leben 2040“ unterstützen als auch konkrete Optimierungsmöglichkeiten für Sportangebote, Vereinsstrukturen und die Sportstättenplanung in den neun DG-Gemeinden aufzeigen.
Gregor Freches: „Mit der Sportentwicklungsstudie wird die Rolle von Sport und Bewegung als zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Entwicklung in Ostbelgien gestärkt und eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für zukünftige politische und planerische Entscheidungen geschaffen.“
