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Arbeitstreffen zwischen DG und NRW: Austausch zu Kultur, Jugend, Tourismus und grenzüberschreitender Zusammenarbeit

Im Rahmen seiner Arbeitstreffen mit verschiedenen Amtskollegen im In- und Ausland hat DG-Minister Gregor Freches (PFF) am Mittwoch mehrere Gespräche mit Ministerinnen und Vertreterinnen der NRW-Landesregierung geführt. Ziel der Treffen war es, die engen nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Ostbelgien und Nordrhein-Westfalen weiter zu vertiefen und neue Impulse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Jugend und Tourismus zu setzen.

Am Vormittag traf Minister Gregor Freches mit Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, im Düsseldorfer Ministerium für Kultur und Wissenschaft zusammen. Im Mittelpunkt des ersten Austauschs standen kulturpolitische Themen mit besonderem Fokus auf die Förderung kulturellen Lebens im ländlichen Raum. Beide Seiten betonten, dass gerade Grenzregionen wie Ostbelgien und NRW von gemeinsamen Ansätzen, stabilen Netzwerken und einer engen Zusammenarbeit zwischen Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden profitieren können.

Ein weiterer zentraler Gesprächspunkt war der verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Kulturbereich, insbesondere die Frage einer möglichen Kennzeichnung KI-basierter Inhalte in literarischen Veröffentlichungen. Minister Freches stellte ein ostbelgisches Projekt vor, das aus der Initiative von Künstlerinnen und Künstlern hervorgeht und auf Transparenz sowie den Schutz kreativer Arbeit abzielt. Dabei wurde auch die Bedeutung einer europäischen Regelung hervorgehoben.

Darüber hinaus tauschten sich die Gesprächspartner über politische Bildung sowie über bestehende und potenzielle Kooperationen mit Partnern in Nordrhein-Westfalen aus, unter anderem im Rahmen der Euregio und der Regio Aachen. Das Bestreben, das Einstein-Teleskop in die Euregio zu holen, war ebenfalls Teil des Gesprächs.

Zur Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erklärte Minister Gregor Freches: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen ist für Ostbelgien von zentraler Bedeutung. Unsere Regionen sind im Alltag eng miteinander verflochten – kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Gerade deshalb ist es wichtig, diesen Austausch politisch aktiv zu gestalten, bestehende Kooperationen zu vertiefen und neue gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen.“

Gegen die Mittagszeit folgte ein weiteres Treffen mit Anna Haas, Gruppenleiterin Europa – Außenwirtschaft, die Ministerin Mona Neubaur im Bereich Tourismus vertrat. In diesem Austausch standen konkrete touristische Kooperationsperspektiven im Mittelpunkt. Besprochen wurden unter anderem grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen,  insbesondere hier die Bahnverbindung Verviers–Eupen–Stolberg, sowie die Wichtigkeit von Indoor- und Ganzjahresangeboten im Tourismus.

Vertreter des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz waren ebenfalls anwesend, um die Möglichkeit zu prüfen, eine bereits bestehende Fahrradroute zum Thema Industriekultur auch an unsere Region anzuknüpfen. Dieses internationale Radwegeprojekt verbindet Standorte der Industriegeschichte in Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg und macht sie digital sowie touristisch erlebbar. Beide Seiten sahen hierin ein großes Potenzial, industrielles Kulturerbe, nachhaltigen Tourismus und regionale Wertschöpfung miteinander zu verbinden. „Ostbelgien als Rad- und Wanderdestination ist dafür prädestiniert,“ so der zuständige Tourismusminister Freches.
Ein gemeinsames Folgetreffen mit der Tourismusagentur Ostbelgien ist bereits in Planung.

Am Nachmittag schloss Minister Freches seinen Arbeitsbesuch in der NRW-Landeshauptstadt mit einem Treffen bei Josefine Paul (Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration) ab. Im Mittelpunkt standen jugendpolitische Themen, wie der Austausch über Herausforderungen und damit verbundene Lösungsansätze zur Organisation der offenen und mobilen Jugendarbeit in ländlichen Raum. Minister Freches schnitt in diesem Zusammenhang auch den Umgang mit dem Fachkräftemangel im Jugendsektor und die Anerkennung von Diplomen an.

In allen drei Treffen verständigten sich die Beteiligten darauf, in einem nächsten Schritt die bereits bestehenden Zusammenarbeitsabkommen zu analysieren und zu prüfen, welche Vereinbarungen fortgeschrieben, modernisiert oder neu initiiert werden können.

Die Arbeitstreffen unterstreichen derweil den klaren politischen Willen der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die enge Vernetzung mit Nordrhein-Westfalen systematisch weiter auszubauen. Als direkte Nachbarn mit vielfältigen Alltagsverflechtungen kommt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eine Schlüsselrolle für die nachhaltige Entwicklung der gesamten Grenzregion zu.