Ostbelgien

PFF-Präsident und Gemeinschaftssenator Gregor Freches hat sich mit dem GrenzEcho unterhalten.

Zeit, um über den diesjährigen Wahlkampf, die Ambitionen der Partei sowie die Herausforderungen, vor denen die Deutschsprachige Gemeinschaft stehen wird, zu sprechen.

„In den letzten 20 Jahren haben wir bewiesen, dass wir erstens Verantwortung übernehmen können, zweitens Perspektiven schaffen und drittens, dass wir auch Lösungen auf die Herausforderungen in der DG bringen können.“


Wie gedenken Sie denn den Abwärtstrend der PFF zu stoppen?

Es ist klar, dass wir aus den letzten Wahlen nicht als Gewinner hervorgegangen sind. Das wird sich dieses Jahr aber ändern. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich sehr kämpferisch bin und sehr enthusiastisch an die Dinge herangehe. Sportlich gesehen, habe ich immer gewinnen wollen – und nicht verlieren. Dem Abwärtstrend wollen wir entgegenwirken, weil wir etwas anzubieten haben, was viele der anderen Parteien nicht haben. Wir haben in den 40 Jahren der Exekutive in der DG nur während einer Legislatur keine Verantwortung übernommen. In den letzten 20 Jahren haben wir – auch durch die Person von Isabelle Weykmans – bewiesen, dass wir erstens Verantwortung übernehmen können, zweitens Perspektiven schaffen und drittens, dass wir auch Lösungen auf die Herausforderungen in der DG bringen können.


Als „fortschrittlichste Regierung“ in der Geschichte der DG haben Sie die Mehrheit im Laufe der jüngsten Haushaltsdebatte bezeichnet…

…wenn man sieht, welche Reformen wir trotz fast zwei Jahren Krisenmodus auf den Weg gebracht haben. Allein die Reformen, die Isabelle (Weykmans; A.d.R) initiiert hat: in der Beschäftigungspolitik, wo wir mehrere Ebenen zusammengeführt haben. Das Arbeitsamt kann mit der DSL oder den ÖSHZ kooperieren, was die Begleitung von Arbeitslosen verbessert. Auch haben wir eine Reform des Arbeitsamtes eingeleitet, die die Weichen für eine modernere Beschäftigungspolitik in den nächsten Jahren stellt. Wir haben Berufspraktika eingeführt, womit wir die Welt der Schulen für die Unternehmen öffnen – und umgekehrt. Angesichts des Fachkräftemangels haben wir auch das Fachkräftebündnis mitgestaltet, an dem viele Partner teilnehmen, um Lösungen zu finden. Das ist angesichts des demografischen Wandels nicht einfach. Wenn heute 100 Leute in Pension gehen, rücken nur 41 nach. Wir haben den Sport- und Kulturverbänden Möglichkeiten geschaffen, professioneller ihre Arbeit verrichten zu können – siehe LOS Ostbelgien und Födekam. Und zu guter Letzt den flächendeckenden Glasfaserausbau.


Die MR führt in der Wallonie einen harten Wahlkampf gegen PS und Ecolo. Werden Sie sich auch in der DG etwas davon abschauen?

Wir machen keinen Wahlkampf gegen Rot oder gegen Grün. Wir machen Wahlkampf für unsere Themen. Die PFF sagt seit Jahren: Arbeit muss sich wieder lohnen. Und wir müssen mehr Menschen in Arbeit bringen. Damit steigern wir das Bruttoinlandsprodukt, das uns dazu verhelfen wird, mehr Schulden abzubauen und weniger neue zu generieren. Jeder, der nicht arbeitet, wird von der Gesellschaft getragen. Und diese Last müssen wir der Gesellschaft wegnehmen.

Auch in den Gemeinden stehen Veränderungen an. Welche Ambitionen haben Sie in St.Vith?

Mein Fokus liegt jetzt ganz klar auf den Wahlen im Juni. Ich bin schließlich nicht umsonst Spitzenkandidat der PFF geworden. Das habe ich bereits letztes Jahr gesagt. Danach werden wir sehen, wo die Reise hingeht. Ich möchte die Arbeit, die Isabelle geleistet weiterführen – in Regierungsverantwortung.

Haben Sie denn eine Wunschkoalition?

Nein, habe ich nicht. Ich werde den 9. Juni abwarten, um zu sehen, wohin die Reise mit der PFF geht. Wir werden uns dann mit den Parteien an den Tisch setzen, mit denen wir Schnittmengen haben und die auch Programmpunkte der PFF unterstützen. Angesichts des Klimawandels oder der Demografie wird die kommende Legislatur eine „Legislatur der Entscheidung sein“: Wo geht Ostbelgien in Zukunft hin?

Wenn wir in einem Jahr ein Gespräch führen, wo sehen Sie dann sich und die PFF?

Zunächst sehe ich die PFF ein starkes Wahlresultat einfahren. Zweitens sehe ich in der PFF eine Partei der Perspektiven und der Modernisierung. Und, wo ich mich selbst sehe, das werde ich heute nicht verraten.

Das komplette Interview könnt ihr hier lesen: https://www.grenzecho.net/101118/artikel/2024-01-13/gregor-freches-pff-arbeit-muss-sich-wieder-lohnen