Am Dienstag, 12. August 2025, fand die Vereidigung von Frau Isabelle Weykmans als viertes Mitglied des Medienrats der Deutschsprachigen Gemeinschaft statt. Mit der Berufung ist der Medienrat nun wieder vollständig besetzt. Das Gremium, das aus mindestens drei und höchstens vier Mitgliedern besteht, gewinnt durch das vierte Mandat zusätzliche Perspektiven, fachliche Tiefe und eine noch ausgewogenere Repräsentation der Medienlandschaft.
Der Medienrat ist ein zentrales Organ zur Sicherung von Meinungsvielfalt, Unabhängigkeit und Qualität in der Berichterstattung. Er vertritt die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, achtet auf die Einhaltung medienrechtlicher Standards und ist Teil eines belgischen und europäischen Netzwerks von Regulierungsbehörden. Seine Aufgabe ist es, in einer Zeit rasanter Informationsverbreitung ein wachsames, unabhängiges Auge auf die Medienlandschaft zu richten.
Warum bestellt die Regierung den Medienrat?
In einem demokratischen System gibt es verschiedene Wege, wie wichtige Ämter besetzt werden: durch Wahlen, durch Ernennungen oder durch fachliche Auswahlverfahren. Der Medienrat ist ein unabhängiges Kontroll- und Beratungsorgan – vergleichbar mit anderen Regulierungsbehörden –, das rechtlich klar definierte Aufgaben wahrnimmt. Damit dieses Gremium arbeitsfähig ist, muss es gezielt mit Personen besetzt werden, die über spezifische Fachkenntnisse verfügen.
Die Bestellung durch die Regierung ist gesetzlich vorgeschrieben, weil sie den formalen Rahmen bietet, um die notwendige Vielfalt an Kompetenzen sicherzustellen, ohne dass der Rat selbst durch parteipolitische Interessen gesteuert wird. Die Regierung ist hier also nicht „politischer Akteur“, sondern „Verantwortlicher für die ordnungsgemäße Besetzung“. Die eigentliche Arbeit des Medienrats erfolgt unabhängig von der Regierung und unterliegt strengen Transparenz- und Unvereinbarkeitsregeln.
Die Entscheidung für Isabelle Weykmans fiel nach einem offenen Bewerbungsverfahren, das Anfang 2025 ausgeschrieben wurde. Sie überzeugte durch ihre langjährige Erfahrung im Medienbereich, insbesondere durch ihre 20-jährige Tätigkeit als zuständige Ministerin für Medien. Damit ergänzt sie mit ihrer Expertise das bestehende männlich besetzte Team aus juristischen Experten und praxisorientierten Mitgliedern, das im Januar 2024 vereidigt wurde.
Der Medienrat der Deutschsprachigen Gemeinschaft setzt sich aktuell ausfolgenden Mitgliedern zusammen: Frau Isabelle Weykmans, Herr Jürgen Heck, Herr Dr. François Jongen und Herr Robert Queck.
„Ich freue mich Teil des Medienrates sein zu dürfen und damit meine Fachkompetenz und Erfahrungen in die Arbeit dieser wichtigen Regulierungsbehörde einzubringen. Die Ziele der Medienregulierung, die Medienvielfalt zu garantieren, die Transparenz der Strukturen des Medienmarktes zu steigern sowie das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf angemessene und qualitätsvolle Mediendienstangebote zu erreichen sind wichtige Grundlagen unserer Demokratien und gleichzeitig Förderung und Wahrung unserer sprachlich sowie kulturell definierten Minderheit“, betonte Isabelle Weykmanns. „Die Anforderungen an den Medienrat der Deutschsprachigen Gemeinschaft wachsen ständig, was angesichts der permanenten Weiterentwicklungen der Technologien und der damit verbundenen Möglichkeiten nachvollziehbar ist. Deshalb stellt die Berufung von
Isabelle Weykmans als viertes Mitglied, nicht zuletzt wegen ihres immensen Erfahrungsschatzes, einen großen Mehrwert für uns dar. Ich hatte in der Vergangenheit, in einem völlig anderen Zuständigkeitsbereich, die Gelegenheit, mit Isabelle Weykmans zusammenzuarbeiten, und erwarte daher eine sehr konstruktive Zusammenarbeit“, ergänzte Medienratspräsident Jürgen Heck.
„Mit der heutigen Ernennung wird der Medienrat um eine Persönlichkeit erweitert, die nicht nur über hervorragende Fachkenntnisse, sondern auch über ein tiefes Verständnis für die Bedeutung freier und verantwortungsvoller Medien verfügt. Das stärkt unsere demokratische Infrastruktur und gibt uns das Vertrauen, dass der Medienrat auch in Weitere Auskünfte erteilt: Zukunft mit Unabhängigkeit, Sachlichkeit und Integrität arbeiten wird“, so abschließend Minister Gregor Freches.